"Leben Sie als Menschen des Übergangs zum Herrn!"
In diesem Aufruf gipfelte die Predigt des Erzbischofs beim Hochamt anlässlich des Patronatsfestes von St. Franziskus. In diesem Jahr war es ein ganz besonderes Patronatsfest: Der 800. Todestag des Hl. Franziskus in der Nacht zum 4. Oktober wurde mit einem Festgottesdienst und einem großen Pfarreifest in St. Martin gefeiert. Wie Franziskus den eigenen Tod als Transitus, als Übergang zum Vater, verstanden hat, so sei alles Leben Übergang, Verwandlung, betonte der Erzbischof. Franziskus sei ein anspruchsvoller Patron für eine Pfarrei. Selbst in eine reiche Handelsfamilie hineingeboren erlebte er durch die Abkehr vom Lebensstil seiner Familie viele Konflikte, wurde in zwei Kriege eingezogen, nahm aber all die Krisen an und lebte sein Leben in großer Verantwortung vor Gott. Was will Gott von mir? Diese Frage sollen auch wir uns stellen und unser Leben bewusst verantwortlich vor Gott leben. Unser Leben sei eine Antwort auf Gottes Ruf.

Den Kern des christlichen Glaubens, dass Gott uns nahe ist und an Weihnachten selbst Mensch geworden ist, hat Franziskus sehr tief erfasst. Als Zeichen dafür hat er zum ersten Mal das Weihnachtsevangelium in einer lebendigen Krippe dargestellt. ‚Gott ist ganz nah bei uns‘, diese Botschaft zeichnet das Christentum gegenüber anderen Religionen aus, und sollte auch unser Leben miteinander prägen.
Auch als Gottes Ruf an ihn erging, die Kirche neu aufzubauen, hat Franziskus nicht gezögert. Er hat einige Kirchen aus eigener Hand renoviert und wieder aufgebaut. In einem tieferen Sinn hat er aber auch die Kirche von innen heraus erneuert durch sein Vorbild und durch die Gründung des Ordens der Minderbrüder.

Die Kirche neu aufbauen, sie neu gestalten, ist auch eine Aufgabe an uns, so der Erzbischof. Bei aller Bedeutung von Immobilienkonzepten und Verwaltungsfragen sei die innerliche Erneuerung der Kirche durch den Glauben das wichtigste. „Seien Sie eine lebendige Kirche!“ ruft der Erzbischof allen Gläubigen zu, eine Kirche, die bewusst in der Verantwortung vor Gott und im Übergang zum Herrn lebt.
Der sehr gut besuchte Festgottesdienst wurde abwechselnd von allen Chören der Pfarrei gestaltet; zum ersten Mal gehört in einem Pfarreigottesdienst wurde der Chor der portugiesisch-sprachigen Gemeinde, die in St. Martin seit einigen Monaten eine neue Heimat gefunden hat. Auch die Tageslesungen und das Hochgebet wurden in verschiedenen Sprachen vorgetragen. Die Vielfalt der Menschen und die Internationalität der Pfarrei, insbesondere an ihrem Standort in St. Martin, wurden dadurch sehr gut hörbar und sichtbar.

Nach dem Gottesdienst war Gelegenheit, bei einem Mittagsimbiss und Kaffee und Kuchen mit dem Erzbischof und dem Generalvikar, aber auch untereinander ins Gespräch zu kommen. Für die Kleinen gab es Bastel- und Spielstationen sowie eine Tombola. Ein rundum gelungenes Fest, auf dem die Lebendigkeit der Pfarrei spürbar wurde.
