Geistlicher Tagesimpuls zum 19. Mai 2020 von Praktikant Grzegorz Bajer

In unserem Leben binden wir uns gerne an die Menschen, die uns verstehen. Wir fühlen uns gut, wenn uns Personen begleiten, die wir als gute und treue Freunde schätzen können. Deswegen sind wir über jede Trennung von einer solchen vertrauten Person traurig. Dieses Gefühl ist besonders denen bekannt, die sich oft von ihren Angehörigen zum Beispiel auf einem Bahnhof aufgrund besonderer Lebensumstände verabschieden müssen. Am meisten schmerzt es jedoch, wenn man von einer geliebten Person plötzlich verlassen wird.

Etwas Ähnliches mussten wohl die Jünger erlebt haben, als Jesus ihnen ankündigte, er werde von ihnen weggehen (Joh 16, 5-11). Warum will er sie verlassen? Ist es nötig? Kann er nicht bleiben? Warum gerade jetzt? Die Jünger waren sehr traurig und konnten es kaum verstehen. Doch Jesus sagt etwas Unerwartetes: „Es ist gut für euch, dass ich fortgehe.“

Wenn Jesus nicht weggeht, kann er den Heiligen Geist nicht herabsenden. Er erklärt, dass sein Weggehen keine Katastrophe ist, sondern vielmehr eine Vollendung seines Werkes. Für ihn bedeutet es zu seinem Vater zurückzukehren, für seine Jünger bedeutet es die Gabe des Geistes. Früher war Jesus „mit“ ihnen, jetzt aber ist er „in“ ihnen zusammen mit dem Beistand. Das betrifft auch uns. Dieser Heilige Geist ermöglicht uns, in der Liebe Christi zu leben, das bedeutet alle Ereignisse des Lebens aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Auf diese Weise werden wir von den Problemen der heutigen Zeit nicht überwältigt, weil wir in Gewissheit leben werden, dass wir nicht allein sind.