Geistlicher Tagesimpuls zum 18. Mai 2020 von Gemeindeassistent Robert Mandelkow

In der Schriftstelle (Lukas 22,24-30) streiten die Apostel sich darum, wer denn nun der Größte unter Ihnen sei. Jesus sagt dazu, dass sie nicht nach Macht und der Herrschaft streben, sondern dass sie sich klein machen sollen. Er fragt wer größer sei, der Gast oder der, der bedient. Normalerweise der Gast, aber Jesus sagt „Ich aber bin unter euch wie der, der bedient. Ihr aber habt in meinen Prüfungen bei mir ausgeharrt. Darum vermache ich euch das Reich, wie es mein Vater mir vermacht hat: Ihr sollt in meinem Reich an meinem Tisch essen und trinken […]“

Jesus sagt von sich aus, dass er wie der Dienende ist. Die Apostel, die sich darum streiten, wer jetzt der Chef sei, scheinen das Wesentliche schon aus den Augen zu verlieren. Sie sollen wie der Dienende werden. Das Wort dienen, löst bei mir zunächst den Gedanken aus, dass ich viel arbeiten und mich kleiner machen muss. Ich stehe dann unter jemanden und tue etwas für diese Person. In der Lesung, spricht Jesus aber über das Dienen am Tisch. Also beispielsweise der Gastgeber, der seine Gäste mit allerlei Speisen bedient und erfreut. Selbst bekocht zu werden ist ein schönes Gefühl, allerdings ist es auch ein schönes Gefühl, wenn man selber andere bekocht und ihnen eine Freude macht.

Jesus sagt, dass derjenige der Größte ist, der sich dem Nächsten zuwendet und ihn bedient. Derjenige ist der Größte, der sich für den Nächsten und seine Wünsche interessiert. Jesus fragt: Was willst du, dass ich dir tue?

Ich persönlich erachte hierbei als wichtig, dass der „Dienst“, den man am Nächsten tut, nicht aus Selbstzweck geschieht. Es könnte beispielsweise sein, dass ich sehe wie jemand Hilfe benötigt und ich nehme mich dabei auf oder lasse mich aufnehmen, wie ich der Person helfe. Nur damit andere Leute in den sozialen Medien auf mich aufmerksam werden, mir folgen und ich dadurch mehr Geld bekomme.

Ich glaube schon, dass Anerkennung und Lob wichtig sind. Jeder von uns braucht auch mal den Zuspruch zu der eigenen Arbeit. Doch ist es am schönsten, wenn diese Anerkennung erfolgt, wenn man nicht mit ihr rechnet. Wenn man nicht nach der Anerkennung lechzt und selbst die anderen mehr wahrnimmt, kann es ja sein, dass irgendwann ein Wort des Dankes zurückkommt. Ich halte das für sehr wahrscheinlich. Ich habe auch an mir selbst erlebt, wie ich mich in der Hinsicht ändere, dass ich mehr Werke von anderen anerkenne, als ich das zuvor tat. Woran liegt das? Ganz einfach: Ich wurde von einigen Personen öfter für das gelobt, was ich getan oder gesagt habe. Dies hat mich dazu motiviert das Gleiche für andere zu tun, weil ich bemerkt habe, wie gut es sich anfühlt.

Seien wir also Dienende mit offenen Ohren für den Bedienten, und, wenn wir selbst bedient werden, seien wir dankbare Gäste mit dankbaren, warmen Worten.