Pastorales Wort und geistlicher Tagesimpuls zum 16. März 2020 von Pfarrer Norbert Pomplun

Liebe Schwestern und Brüder,


wir sind in einer weltweit neuen Situation, für die wir erst noch passendes Verhalten einüben müssen. Entscheidungen müssen gut abgewogen werden. Unserer Verantwortung, die wir gemeinsam mit allen Menschen weltweit teilen, gilt es unbedingt gerecht zu werden, und dann zu schauen, dass unser Glaubensleben neue, der Situation angemessene Formen findet.

Konkret scheinen diese beiden Ziele manchmal entgegengesetzt, lebt unser Glaube doch gerade von unseren Zusammenkünften, von den Gottesdiensten. Wenn wir näher hinschauen, sehen wir aber, dass Verantwortung zum Wohl und Leben auch eine Grundhaltung des Glaubens ist. Wenn wir durch eine zeitweise Beschränkung unsere Kranken und älteren Menschen schützen, üben wir konkrete Nächstenliebe, die uns Gott und dem Nächsten auf neue Weise wieder nahe bringt.

Am Dienstag wird sich unser Bischof bzw. seine Mitarbeiter zu weiteren Schritten äußern. Danach werden wir unverzüglich mit den Verantwortlichen aus unseren Räten und dem pastoralen Team überlegen, was das für uns bedeutet und welche Entscheidungen zu treffen sind.

Wir halten Sie hier auf unserer Homepage auf dem Laufenden und bitten Sie darum, regelmäßig hier vorbeizuschauen und auch denen die Nachrichten zukommen zu lassen, die keinen Zugang zum Internet haben – am besten geht das per Telefon. Überhaupt können wir Kontakte ganz wunderbar über Telefon und Internet halten und einander so stärken und Ideen entwickeln, wie wir kreativ mit der Lage umgehen.

Und wir werden zusehen, dass wir hier auch geistliche Nahrung bieten, weshalb Sie im Anschluss einen kleinen Impuls zum heutigen Tagesevangelium finden.

Wir wünschen Ihnen viel Kraft, Mut, Gesundheit und Segen!

Herzlich

Ihr Pfr. Norbert Pomplun

 

Geistlicher Tagesimpuls von Pfarrer Norbert Pomplun zu Lk 4,24-30


Warum trifft gerade uns etwas, warum nicht die anderen? Warum hat gerade sie oder er einen Vorteil, wir anderen nicht? Warum werden die einen krank, die anderen nicht? Warum müssen wir alle uns einschränken, während einige sich alles herausnehmen können? Vieles ist knapp auf dieser Welt – etwa Gottes Liebe und Zuwendung auch? Die Worte Jesu im heutigen Evangeliumsabschnitt wirken zuerst so. Und sie führen zu jenem Verhalten, das wir immer wieder beobachten können: aus Neid und Enttäuschung heraus geraten Menschen in Wut, Gewalt bricht sich Bahn.

Spannend ist, dass direkt vor diesem kurzen Abschnitt Jesus vom Heil, das die Propheten angekündigt haben und das sich jetzt erfüllt, spricht. Wir können das im heutigen Abschnitt nicht lesen – die Menschen damals scheinen es ebenso sofort vergessen zu haben.

Den Blick zu weiten, ist gerade heute wie auch damals von großer Bedeutung! Wenn wir nur das Schlechte fixieren, werden wir keinen guten Ausweg finden – im Evangelium heute will man Jesus sogar töten. Er aber schreitet durch die Menge hindurch und geht fort, heißt es dort geheimnisvoll.

Eine wichtige Übung, nicht nur, aber gerade auch für die Fastenzeit und besonders in dieser schwierigen und bedrängenden Situation: Weiten wir den Blick, übersehen wir Gottes Liebe und seinen Segen nicht, selbst, wenn diese Liebe nur an sehr wenigen Stellen sichtbar wird! Ein weites Herz schenkt auch anderen Mut und besiegt die Angst, ist Licht von seinem Licht. 

Herr, mitten in der Bedrängnis rufen wir zu Dir! Wir brauchen guten Rat in dieser schwierigen Zeit, wir brauchen Mut und Vertrauen. Steh uns bei, öffne unsere Augen für Deine Gegenwart und unsere Herzen für unsere Mitmenschen. Schenke uns erfinderische Ideen, einander beizustehen und verankere unsere Herzen fest in Deiner Liebe. Du bist unser Leben: Vater, Sohn und Heiliger Geist.

So segne uns alle unser guter und menschenliebender Gott!